Besuch kommt
Gottesdienst am 03.12.2006

Zacharias:
Der Priester geht langsam den Mittelgang nach vorne.

So, da habe ich wieder einmal Dienst im Tempel. Das ist ja schön. Ich freue mich jedesmal darauf. Es ist doch gut so, dass ich zur Klasse der Priester gehöre. Ich bin so gerne im Tempel. Dort wo das Volk zurückbleiben muss da dürfen wir weiter, ganz dicht an Gott heran.

Wenn wir doch nur ein Kind hätten, dann wäre ich wohl der glücklichste Mensch auf der Welt. Aber wir sind beide schon alt. Elisabeth und ich.

Heute darf ich ein Rauchopfer vor den Herrn bringen. Das sind mir die liebsten Opfer. Es duftet angenehm, und das Volk kann draußen etwas sehen. Mir ist eigentlich unbegreiflich, warum sonst immer soviel Blut fließen muss. Gott könnte doch eine Lösung finden, dass wir nicht soviele Tiere töten müssen... 

Seufzt. 

Na dann mache ich mich mal an die Arbeit. Schluss mit den persönlichen Gedanken, jetzt ist die Zeit, Gott zu dienen.

Der Priester Zacharias ist vorne angekommen und macht sich an einer Schale zu schaffen, in der Kohlestückchen liegen. Er bläst in die Glut und heizt etwas nach. Er steht mit dem Rücken zur Gemeinde. Dann schüttet er eine Flüssigkeit in das Feuer, es dampft und zischt.

Gabriel:
Der Erzengel kommt langsam und leise den Mittelgang nach vorne. Er stellt sich rechts neben den Altar, sodass er den Zacharias ansehen kann und das Gesicht zur Gemeinde wendet. Der Engel stellt sich mit beiden Beinen fest auf den Boden und sieht Zacharias einfach ruhig an.

Zacharias:
Huch, Herr Gott - ein Engel.

Der Priester erschrickt und weicht vom Altar einen Schritt zurück, er hebt die Hände vor das Gesicht und dreht sich ein wenig zur Seite, sodass die Gemeinde sein Profil sieht.

Ich glaube, ich sehe einen Engel. Ich will mal durch meine Hände blicken um zu sehen, ob ich mich nicht täusche ...

Der Priester blinzelt durch die Hände und erschrickt noch einmal.

Herr - Ein Engel!

Gabriel:
Er hebt die Hände beide zur Seite auf, bis die Handinnenflächen auf der Höhe der Nase sind und zum Priester zeigen.

Fürchte Dich nicht.

Zacharias:
Nimmt die Hände vom Gesicht und blinzelt etwas.

Gabriel:
Die Hände bleiben oben, solange er langsam und mit Vollmacht spricht.

Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären. Dein Sohn wird groß sein vor dem Herrn. Schon im Mutterleib wird er vom heiligen Geist erfüllt sein. Er wird ein Rufer in der Wüste sein, und die Menschen werden auf ihn hören und Buße tun. Er wird den Weg bereiten für den Messias. Durch seine Predigten werden die Menschen vorbereitet sein, wenn der Messias kommt.

Der Engel nimmt die Hände herunter.

Zacharias:
Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist, was er sprichst? Ich bin schon alt, und meine Frau ist nicht viel jünger.

Gabriel:
Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu geben.

Und weil Du mir nicht geglaubt hast, sollst Du stumm sein und nicht mehr reden können, bis dies alles in Erfüllung geht.

Der Engel geht zum Altar nimmt ein Stück Kohle und drückt es dem Zacharias auf die Lippen, legt die Kohle zurück und geht den Mittelgang zügig zurück.

Zacharias:
Als die Kohle seine Lippen berührt, schreit er ein letztes Mal auf, dann hört man nur noch ein Mmmhh Mmmmh, und sieht, wie er sich die verbrannte Lippen mit dem Wasser aus dem Gefäß kühlt. In der Folge stellt Zacharias auf große Bewegungen um und spielt, was der Sprecher im Folgenden sagt.

Sprecher:
Das hatte er nun davon, der Zacharias. So nah wollte er Gott vielleicht doch nicht haben. Aber die Schmerzen von der kleinen Verbrennung waren bald vergessen, denn er merkte rasch, dass er nichts mehr sprechen konnte. Dabei musste er doch gleich vor das Volk treten und die Gebete sprechen, die zum Rauchopfer dazu gehörten.

Er wich also vom Altar zurück, und trat an die Stelle, wo er zu stehen hatte. Er hob die Hände, wie es sich gehörte, zum Himmel und legte den Kopf in den Nacken. Kurz betete er inständig zu Gott, er möge ihm die Stimme wiedergeben. Irgendwie wollte er sich nicht blamieren vor dem Volk. Aber es half nichts, die Stimme blieb aus. So sprach er das Gebet nur leise für sich. Er wollte jetzt nicht auch noch das Opfer, das er ja für das Volk gegeben hatte, wegen seiner Privatangelegenheiten verpatzen. Er dachte sich, Gott würde es schon hören und war ganz bei seiner Sache.

Im Volk aber wurde es unruhig. Erst dauerte die Opferzeremonie im Tempel so lange. Dann dachte man, es war ein kleiner Patzer, aber langsam wurde es klar, dass die Liturgie gar nicht mehr stimmte. Einige sprachen den bekannten Text gedanklich selbst, denn es hätte ihnen etwas gefehlt.

Hätten Sie gewusst, was der Engel zu Zacharias gesagt hatte, dann hätten sie merken können, dass hier etwas ganz Neues anfing, das sich einmal dorthin entwickeln würde, dass jeder Mensch zu Gott reden konnte - ganz ohne Priester.

Aber dahin war noch ein weiter Weg. Erst musste sich das Wort des Engels erfüllen, erst musste Johannes der Täufer als Sohn von Elisabeth und Zacharias auf die Welt kommen. Erst musste der Weg für Jesus freigemacht werden, damit Jesus all das, was hier seinen Anfang nahm, dann auch für die Menschen vollenden konnte.

Zacharias aber ging nach seinem Dienst nach Hause zu Elisabeth.
 

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
vor Jesu Geburt stand das Volk Israel vor einem großen Berg, der die Leute von der verheißenen Zukunft trennte. Sie sehnten sich nach Perspektive und Rettung, konnten aber nichts als die dunklen Anstürze des Berges vor sich erkennen. dunkle BergeSie hielten sich fest an den Worten des Propheten Jesaja:
"Ein Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein helles Licht" (Jesaja 9,1)

Sie klammerten sich an die Verheißungen durch die Propheten, dass einer kommen wird von jenseits des hohen Berges. Er wird sein wie Elia und den Berg so abtragen, dass das Volk sich auf den Weg in die Zukunft machen kann. Dieser Bote wird sie abholen aus ihrer Finsternis und sie zum Licht bringen.

Heute schauen wir zurück auf diese Zeit. Der Bote ist gekommen. Johannes der Täufer ebnete den Weg zu Jesus, dem angekündigten Retter von Gott. Dieses Ereignis will in unserem eigenen Leben nachbuchstabiert werden. In das Dunkel und Bedrückende unseres Alltags, das sich wie ein großer Berg auftun kann, kommt das Licht von jenseits des Berges. Es gibt keinen direkten Weg aus dem Alltagsdunkel ins helle Weihnachtsfest. Wir brauchen jemand, der uns an die Hand nimmt und zum Weihnachtsfest bringt. Wir sollten uns vorbereiten (lassen), um nicht einfach ins Weihnachtsfest hinein zu stolpern. So kann Weihnachten in uns, in mir werden, das das Dunkel meines Lebens erhellt.
So hören wir heute von dem großen Abholer Johannes, den Gott auf den Weg geschickt hat, um die Menschen damals in Israel und uns heute hier im Main-Taunus-Kreis vorzubereiten auf Weihnachten.

Zacharias und Elisabeth

Der Priester Zacharias und seine Ehefrau Elisabeth gehörten zu wichtigen Priesterfamilien. Sie konnten sich auf einen Stammbaum bis hin zu Aaron berufen. Sie selbst trugen symbolträchtige Namen. Zacharias bedeutet "Der Herr gedenkt". Damit weist Zacharias auf Gottes Verheißungen hin, zu denen Gott steht. Ein Licht wird aufgehen in der Dunkelheit. Der Messias wird kommen und ein Reich des Friedens bringen, in dem Gott in der Mitte ist. Auch die Verheißung Gottes, die der Prophet Maleachi weitergab mit den letzten Sätzen des Alten Testament weisen hin auf das Versprechen, das Gott seinem Volk gegeben hat: "Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt! spricht der HERR Zebaoth." (Maleachi 3,1). Elisabeths Name "Gottes Eid" bekräftigt Gottes Zusagen. Gott steht zu seinem Wort, es gibt keinen Grund daran zu zweifeln oder zu verzweifeln. Das Ziel ist klar, Gott kommt zu seinen Menschen. Bis dahin ist Geduld und hoffnungsvolles Warten angesagt.

Trotz dieser in die Zukunft weisenden Namen sind die beiden kinderlos. Der Ast am Stamm des Priestergeschlechts scheint auszusterben, Elisabeth ist inzwischen zu alt, um noch auf ein Kind zu hoffen. Doch es ist nicht menschliches Vermögen, das Gottes Wege aufschließt. Gott selbst ebnet die Bahn. Gott selbst baut den großen Berg ab, der zwischen Verheißung und Erfüllung steht. Gott selbst bewirkt einen neuen Anfang, indem er das Gebet dieses einen Priesterehepaars erhört und aus dem schon abgestorben geglaubten Ast einen neuen Spross wachsen lässt. Es ist nicht menschliches Können, das den Berg erklimmen lässt. Es ist Gottes Tat, der den Berg eben macht und aus tot Geglaubtem neues Leben schafft.

Zacharias gehörte zu einer von 24 Priesterklassen. Seine Klasse hatte wie alle anderen zweimal im Jahr für acht Tage Dienst am Heiligtum zu verrichten. Während er in den Tempel ging, um ein Rauchopfer mit Weihrauch darzubringen, betete das Volk vor dem Tempel, um durch das Opfer die Gegenwart Gottes erfahren zu können. Das Opfer diente als Vorbereitung, sich Gott zu öffnen und ihn unmittelbar zu erfahren. Diesen Moment der größtmöglichen Nähe zwischen Gott und Mensch nach dem damaligen Verständnis nutzte Gott und begegnete Zacharias durch seinen Engel. Er erfüllte damit die Verheißung, die der Prophet Maleachi 300 Jahre zuvor gegeben hatte. Gott sprach zu Zacharias im Tempel. Er gab ihm eine dreifache Botschaft:

  1. Das Gebet um ein Kind ist erhört. Zacharias und Elisabeth werden einen Sohn mit Namen Johannes bekommen. Das Gebet des Volkes ist mit diesem Sohn ebenfalls erhört. Gott löst seine Verheißung von Maleachi 3 ein.
  2. Der Sohn wird Freude bringen. Gottes Licht wird kommen und die Finsternis hell machen.
  3. Die Aufgabe des Sohnes wird es sein, das Volk auf den Kommenden vorzubereiten, den Berg abzutragen, der das Volk von der Zukunft mit Gott trennt.
Zacharias antwortet auf Gottes Anruf mit ungläubigem Staunen. Gottes Weg mit ihm und seinem Volk ist anders, als er es sich vorgestellt hat. Mitten in seinem Leben trifft ihn die Geschichte Gottes mit den Menschen, die mit Adam und Eva und Abraham begann.

Der Unglaube zieht Stummheit nach sich. Gottes Wort ist kein Diskussionsgegenstand. Zacharias ist dazu bestimmt, über Gottes Worte nachzusinnen, ohne sie zu zerreden. Zacharias soll warten und hören lernen.

Die wartende Menschenmenge spürt, dass etwas Neues beginnt. Die Verzögerung beim Tempeldienst, der sprachlose Priester sind deutliche Zeichen, dass in die verkrusteten Strukturen und lauen Hoffnungen Bewegung gekommen ist. Die Menschen wissen noch nicht, was sich zugetragen hat. Sie werden vorbereitet, dass bald aus der Familie des Zacharias der Bote für Gottes Retter kommen wird.

Die Reaktion der Elisabeth auf Gottes Eingreifen kennen wir nur in ihren Auswirkungen. Elisabeth dankt Gott für sein Ansehen. Sie erfährt Gottes Zuwendung und weiß sich in Gottes Mission mitgenommen. Sie dankt nicht für das Kind, das ihr nun neuen Lebenssinn geben wird, sondern sie dankt, dass Gott sich ihr zuwendet. Damit spricht sie für das Volk Gottes, das mit Johannes dem Täufer erfahren soll, dass Gott gnädig ist und sich der Menschen in Finsternis annimmt.

Johannes

Das Programm von Johannes dem Täufer entfaltet der Engel in wenigen Sätzen: 
Johannes wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft  Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. (Lukas 1,16-17)

Schon sein Name ist Hinweis auf seine Aufgaben. "Gott ist gnädig" - zu den alten Eltern, zu seinem Volk Israel, zu allen Menschen, die Gottes Liebe durch Jesus Christus kennen lernen werden. Die Botschaft, die Johannes zu bringen hat, lautet: "Kehrt um zu Gott und kehrt um zu euren Nächsten!"

Programm

1 Nahes Gericht
Johannes wird vom nahen Zorngericht reden. Er ist geprägt von der Erwartung, dass das Ende der Welt und Gottes Gerichtstag bald kommen werden. Die Axt ist den Bäumen schon an die Wurzel gelegt, denn es befindet sich keine Frucht an den Bäumen.

2 Bußruf
Johannes macht den Leuten klar, dass sie umkehren müssen, um nicht wie ein verdorrter Baum im Feuer des Gerichts zu verbrennen. Diese Umkehr umfasst den ganzen Menschen, nicht nur seine Gesinnung, nicht nur seine Taten, nicht nur seine Haltung gegenüber Gott oder gegenüber den Nächsten. Umkehr beginnt vielmehr bei einem neuen Verhältnis zu Gott, das sich im Verhalten und in der Haltung gegenüber anderen ausdrückt. Wer umkehrt, mit dem beginnt etwas Neues, der wird fähig, Frucht zu bringen für Gott.

3 Taufe
Johannes tauft Menschen und versteht die Taufe als von Gott ermöglichte Umkehr. Mit der Taufe spricht er den Getauften die Vergebung Gottes zu. Doch Johannes ist sich bewusst, dass er nur den einen Teil der Verheißung Gottes zur Erfüllung bringen kann. Er kann Gottes Angebot der Vergebung zum Ausdruck bringen. Das neue Leben, das aus der Vergebung folgt, kann er nicht hervorrufen. Dazu muss ein anderer kommen, auf den Johannes hinweist.

4 Der Kommende
Johannes tauft Jesus. Er übergibt seine Aufgabe dem Retter, für den er den Weg geebnet hat. Jesus kann dieses neue Leben schenken, das Gott verheißen hat. Jesus zieht die Menschen aus dem Taufwasser und führt sie in die Zukunft mit Gott.

Johannes wird noch erwartet, und doch wird schon in diesen wenigen Pinselstrichen der Engelbotschaft deutlich, dass Gott mit Johannes ein neues Kapitel der Geschichte des Heils aufschlägt. Auch wenn wir auf diese Geschehnisse zurück schauen, verlieren sie nichts von ihrer Bedeutung für uns heute. Wie Johannes damals den Weg für Jesu Kommen bereitet hat, so bereitet er uns heute den Weg zum Weihnachtsfest. Was ist seine Botschaft heute?

Johannes im Advent 2006

Umkehr zu Gott zu ermöglichen, war die erste Aufgabe, die der Engel im Tempel nannte. Spricht Johannes damit nicht auch uns an, die wir diese Umkehr brauchen? Vielleicht haben wir vor einiger Zeit schon eine solche Umkehr erlebt, als uns klar wurde, dass Jesus genau uns meint und wir unser Leben von nun an mit ihm führen wollen. Doch haben sich womöglich wieder neue Berge zwischen Jesus und uns geschoben. Eine neue Hinkehr zu Gott wird nötig. An sie will uns Johannes erinnern.

Ein Berg kann sein, dass wir uns nur mit Unlust in Gottes Gegenwart stellen, nichts von diesen Momenten der Begegnung erwarten, unser geistliches Ritual absolvieren, aber ohne Hoffnung, dass in unserem Leben etwas geschieht.

Ein anderer Berg könnte sein, dass wir uns im Alltag mit Sünden eingerichtet haben, von denen wir genau wissen, dass sie uns von Gott trennen. Sei es, dass wir Verletzungen zufügen, ohne uns verantwortlich für die Konsequenzen zu fühlen, sei es dass wir gegen Gottes Willen uns in Situationen begeben, die uns schaden und kaputt machen. 

Vielleicht heißt unser Berg aber auch Kleinglaube. Wir stehen da wie Zacharias im Tempel, wir beten für das, was uns wirklich wichtig ist, aber wir zweifeln daran, dass Gott wirklich uns anschaut. Wir denken so klein von uns, dass wir Gottes Liebe zu uns damit beleidigen.

Vielleicht trennt uns aber auch mangelnde Demut von Gott, dass wir uns größer sehen, als wir sind, jeder Kritik aus dem Weg gehen und selbstverliebt unserem Spiegelbild folgen.

Haben wir mit Gottes Hilfe erkannt, wie sich unser Berg tarnt, so will uns Johannes ermutigen, das Taufversprechen ernst zu nehmen und anzunehmen. Jesus will neu mit uns anfangen, uns vergeben und uns auf die Spur des Lebens setzen.

Umkehr zum Nächsten folgt aus dieser neuen Nähe zu Jesus Christus. Johannes kehrte das Herz der Eltern zu ihren Kindern. Ungewöhnlich ist diese Reihenfolge für die Zeit damals. Doch Johannes zeigt über sich hinaus auf die Welt jenseits aller Berge. Im Geist Jesu werden die für die Endzeit angekündigten zerrütteten Familienverhältnisse geheilt. Eltern und Kinder werden zueinander kommen. Als Vorbereitung darauf werden die Eltern ermutigt, den ersten Schritt auf ihre Kinder zu tun und um Vergebung zu bitten.

Sollte das nur für Eltern und Kinder gelten? Oder nicht auch für alle zwischenmenschlichen Beziehungen, in denen es oben und unten gibt, oder in denen wir von anderen erwarten, dass sie den ersten Schritt tun? Ist die Adventszeit in besonderer Weise Versöhnungszeit, schon jetzt im Geiste Jesu und mit seiner Kraft, um den Kommenden im Frieden und mit versöhntem Herzen zu erwarten?

Aber auch die Ungerechten werden ihre Herzen zu den Gerechten kehren. Die Gerechten sind hier als die verstanden, die zur Gemeinde Gottes gehören. Die Einladung ergeht an uns: Öffnet im Advent die Türen und ladet die ein, deren Herzen Gott zu sich kehren will. Werdet wie Johannes Wegbereiter für Jesu Ankunft hier und heute.

Johannes lädt uns ein zum Aufräumen, dass wir vorbereitet sind, wenn der Herr kommt und wiederkommt. Für Zacharias und Elisabeth bestand die Vorbereitung in der Stille, im Rückzug, im Hören auf Gott. Kann das auch eine Anleitung für unsere Adventszeit werden, dass wir unser Reden darauf prüfen, ob es weiter hilft und Licht bringt? Und besonders werden wir ermutigt, Stille auszuhalten, um umzukehren, um neue Erfahrungen mit Gott zu sammeln, um über Verheißungsworte der Bibel nachzusinnen und dafür zu beten, dass sie erfüllt werden.

Zacharias und Elisabeth laden uns heute zu sich nach Hause ein, um uns mit auf den Weg zu geben:
Räumt auf und mistet aus, denn Jesus, der Kommende und Gekommene möchte euch besuchen. Ladet viele ein, dass sie dabei sind, wenn Jesus kommt!

Lukas 1,68 (Lobgesang des Zacharias)
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk!

Cornelia Trick


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