Du bist Gott wichtig
Rundfunkgottesdienst live im DLF am 17.01.1999

Jesus heilt am Sabbat
1 Wieder einmal ging Jesus in eine Synagoge. Dort war ein Mann mit einer abgestorbenen Hand.  
2 Die Pharisäer  hätten Jesus gerne angezeigt; darum beobachteten sie genau, ob er es wagen würde, ihn am Sabbat zu heilen. 
3 Jesus sagte zu dem Mann mit der abgestorbenen Hand: "Steh auf und stell dich in die Mitte!" 
4 Darauf fragte er die anderen: "Was darf man nach dem Gesetz am Sabbat tun? Gutes oder Böses? Einem Menschen das Leben retten oder ihn umkommen lassen?" 
Er bekam keine Antwort. 
5 Da sah er sie zornig der Reihe nach an. Zugleich war er traurig, weil sie so engstirnig und hartherzig waren. 
Dann sagte er zu dem Mann: "Streck deine Hand aus!" Er streckte sie aus, und sie wurde wieder gesund. 
6 Da gingen die Pharisäer hinaus. Sie trafen sich sogleich mit den Parteigängern von Herodes und sie beschlossen miteinander, daß Jesus sterben müsse. 
Markus 3, 1-6
Biblische Szene - Interview
Ich stehe jetzt in Galiläa in einem kleinen Dorf mitten auf dem Marktplatz. Es ist ziemlich heiß hier, die Leute drängeln sich um die Marktstände und an einer Stelle ganz besonders. Ich schaue mal nach, was da los ist und treffe auf einen Mann, der von vielen Leuten bestürmt wird. Ich kämpfe mich durch zu ihm und frage ihn. Was ist denn mit Ihnen los? 

Das war vielleicht ein Tag. Ich saß wie immer auf dem Marktplatz. Einige Leute kamen wie jeden Tag vorbei und warfen eine Münze in meinen Hut. Ich überlegte gerade, ob ich davon etwas zu essen kaufen sollte, als eine Gruppe von Gesetzeslehrern auf mich zukam. Das war seltsam, denn normalerweise wollten die nichts mit mir zu tun haben.  

Warum denn nicht? 

Sie meinten, dass meine abgestorbene Hand eine Strafe Gottes wäre. Daß ich irgendwann gegen das Gesetz Gottes verstoßen hatte und Gott mir das so heimzahlte. Aber jetzt plötzlich schienen sie genau nach mir zu suchen. Sie setzten sich um mich herum und fragten mich nach meiner Hand. Ich erzählte ihnen von meiner Hand und meinem schwierigen Leben. Die Gesetzeslehrer hörten mir besorgt zu und baten mich, mit ihnen in das Gotteshaus zu gehen. Dort sei gerade ein Mann namens Jesus, der Leuten wie mir helfen würde. 

Hatten Sie schon von Jesus gehört? 

Ja, ich hatte schon von Jesus gehört. Deshalb kam mir das auch gleich komisch vor. Es hieß, daß die Gesetzeslehrer ihn los sein wollten. Und jetzt wollten sie mich sogar zu ihm bringen? Außerdem war Sabbat, und die Gesetzeslehrer taten am Sabbat ja überhaupt nichts - solchen Leuten wie mir halfen sie da schon gar nicht. Na, jedenfalls ging ich mit ihnen ins Gotteshaus und spürte da gleich die dicke Luft. Jesus war wirklich nicht der Freund der Gesetzeslehrer.  

Wie haben Sie das gemerkt? 

Sie durchbohrten Jesus mit ihren Blicken und tuschelten miteinander. Am liebsten wäre ich weggerannt. Jetzt hatte ich mich wieder mal reinlegen lassen. Sie wollten mir gar nicht helfen. Sie hatten nur nach jemand gesucht, mit dem sie Jesus provozieren konnten.  
Ich wollte gerade aufstehen und gehen, da rief mir Jesus zu: "Steh auf und stell dich in die Mitte." Irgendwie konnte ich dieser Aufforderung nicht entkommen. Ich stand auf und ging in die Mitte. Und Jesus sah mich an - viel tiefer schaute er in mich hinein, als das jemals jemand getan hatte. Ich stand vor Jesus wie ein aufgeschlagenes Buch.  
Und er las in mir - meine innersten Gedanken, meine Not und alle die Wunden der vergangenen Jahre. Als er dann meinen Arm heilte, überraschte mich das schon gar nicht mehr. Denn Jesus hatte mich verändert. Ich spürte, daß alles wieder in Ordnung kam. Daß Gott auf meiner Seite stand und noch etwas mit mir vorhatte.  
Die Gesetzeslehrer und andere Schaulustige gingen irgendwann hinaus. Ich merkte das kaum noch. Ich sah nur immer Jesus an und konnte mein Glück nicht fassen. Jesus hatte mir ein neues Leben geschenkt. Diesen Tag werde ich niemals vergessen. 

Cornelia Trick und Christoph Kunstmann
Kurzansprache
Liebe Gemeinde, liebe Freunde, 
da ist dieser kleine Ort in Galiläa, auf dem Marktplatz sitzt ein behinderter Mann, Leute werfen Münzen in seinen Hut. Fern scheint das heute zu sein. Doch wenn wir die Szene auf uns wirken lassen, merken wir, daß wir selbst auch in dieser Geschichte von damals vorkommen können. Schlüpfen wir doch einmal in die Haut des Mannes dort auf dem Marktplatz. Spüren wir nach, wie es ist, mit einer Behinderung zu leben. Behinderungen sind vielfältig. Manche sind äußerlich: eine Hand, die nicht mehr zupacken kann, ein Bein, das seinen Dienst versagt, oder Augen, die unscharfe Bilder sehen. Manche Behinderungen sind innerlich: Da fehlt einem die Energie, den Alltag zu meistern. Da ist eine zu müde, um sich zu klärenden Gesprächen aufzuraffen. Da hat einer Angst vor der Arbeit, die morgen wieder auf ihn zukommt, und ist schon jetzt wie gelähmt. Wie dem Mann mit seiner lahmen Hand, so kann es uns im übertragenen Sinne auch gehen. Uns fehlt die Kraft zum Zupacken, und wir träumen von der Zeit, wo alles wieder anders ist und die alte Lebensenergie zurückkehrt. 
Behinderungen machen einsam. Freunde ziehen sich zurück, weil sie nicht wissen, wie sie helfen können. Man selbst igelt sich ein und geht davon aus, nicht dazuzugehören. Und Gott? Kann der überhaupt helfen? Und warum hat er es dann nicht schon längst getan? 
In diese Situation hinein kommen ein paar Leute und holen den Mann auf dem Marktplatz heraus aus seiner Einsamkeit. Während ich in der Rolle des Mannes dort sitze, sehe ich sie um mich stehen. Sie fragen mich nach meiner Not. Sie reden mir zu. Sie geben mir Hoffnung. Und ich fasse Vertrauen und gehe mit ihnen - vielleicht können sie mir ja wirklich helfen. Vielleicht bin ich ihnen wirklich wichtig. Da ruft mich eine langjährige Bekannte an und scheint sich für meine Not zu interessieren. Sie fragt nach und will mich später noch mal anrufen, um mir einige Adressen zu nennen, wo ich Hilfe bekommen kann. Aber nichts geschieht. Und als ich sie nach zwei Wochen beim Einkaufen treffe, hat sie meine Not völlig vergessen und erzählt nur von sich. Wie groß ist die Enttäuschung, als ich merke, ich bin für diese Frau nicht wichtig. Sie hat mich angerufen, ja, aber eigentlich hat sie sich nur selbst ausweinen wollen. Oder sie wollte ihr schlechtes Gewissen beruhigen, weil sie so lange nichts mehr von sich hören ließ. Wieder einmal bleibe ich allein zurück. Wieder ist mein Hoffnungskonto ein Stück geschrumpft. 
Diese Geschichte von dem Mann auf dem Marktplatz ist eine Alltagsgeschichte. Jeden Tag ereignet sie sich wieder und fast jede und jeder war schon in einer Situation, in der sie oder er enttäuscht und allein gelassen von scheinbaren Freunden zurückblieb. 
Die Alltagsgeschichte steht in der Bibel, weil sie da weitergeht, wo unsere Geschichten oft enden. Eine ganz überraschende Wende nimmt die Alltagsgeschichte und wird zu einer Geburtstagsgeschichte, ein Mensch darf sein Leben noch einmal beginnen. 
Die Leute brachten den Mann in das jüdische Gotteshaus. Es war wie eine geheime Verabredung, Jesus sollte in die Falle gelockt werden. Doch Jesus entzog sich dem Plan der Leute. Er bemerkte ihre lauernden Blicke. Er durchschaute ihren Plan, und er stellte sich ihnen. Eindeutig und unmißverständlich sagte er ihnen: Dieser Mann ist Gott wichtig. Ihm zu helfen, ist unser aller Auftrag. Ihn hierher zu locken mit falschen Versprechungen ist böse. Das hat ihm das letzte bißchen Würde und Vertrauen genommen, das er noch hatte. 
Jesus offenbart damit sein Innerstes. Zornig und traurig ist er über die Leute, die das Gebot Gottes befolgen wollen und es durch ihr Verhalten mit den Füßen treten. Diese Leute kann er nicht ernst nehmen. Seine ganze Aufmerksamkeit gilt nun dem Mann. Um diesen Menschen geht es Jesus. Ihm wendet Jesus sich zu - ohne weiter auf die Leute zu achten. Jesus erkennt die Not des Mannes. Seine Behinderung hat ihn einsam gemacht, und auch der Draht zu Gott ist abgerissen. Jesus stellt diese unterbrochene Verbindung zu Gott wieder her. Er bringt den Mann wieder mit Gott in Kontakt, daß er seine Liebe wieder spüren kann. In der Heilung, die die Bibel mit kurzen Worten wiedergibt, steckt alles, was Jesus auch uns zu sagen hat: 
Du bist Gott wichtig. Gott möchte nichts lieber, als mit dir zu gehen, deine Sorgen zu teilen und dir zu helfen. Gott lädt dich ein, ihm zu vertrauen. Er heilt deine Hand, damit du nach der seinen fassen kannst. Er heilt deine Seele, damit du wieder vertrauen kannst. Er heilt deine Vergangenheit, damit du unbeschwert in die Zukunft gehen kannst. Nichts soll dich mehr von Gott trennen. Deine neue, gesunde Hand, deine geheilte Seele sollen dich jeden Tag daran erinnern: Du bist Gott wichtig. 
einzelne SeeroseJesus sieht Sie und sieht mich heute genauso wie diesen Mann damals in Galiläa. Er kennt uns. Sein Plan für uns ist, daß wir in inniger Gemeinschaft mit Gott leben, ihm vertrauen und daraus die Kraft für unseren Alltag bekommen. Jesus merkt, wenn dieser grundlegende Kontakt zu Gott zerbrochen ist und wir von ihm abgeschnitten sind. Es ist die schlimmst mögliche Störung, die auftreten kann. Alle anderen Verbindungen unseres Lebens sind davon betroffen. Rote Störlampen leuchten bei Jesus auf. Und er ist sofort zur Stelle, um die Bruchstelle zu reparieren. Jesus möchte diese Verbindung zu Gott wieder herstellen, und er bietet uns an, ihm zu vertrauen. Er will die zerbrochene Leitung heilen und uns die Chance zu einem neuen Anfang geben. Wenn der Draht zu Gott wieder stimmt, wird Jesus sich den Störungen in unseren Beziehungen untereinander zuwenden. Immer wieder wird das nötig sein. Doch ist der Anfang gemacht mit der intakten Verbindung zu Gott. 
Wenn Jesus uns - wie den Mann damals - bittet: Steh auf und stell dich in die Mitte, dann ist das erst mal die Frage: Willst du dir überhaupt helfen lassen? Und wenn wir uns aufrappeln und uns helfen lassen wollen, vielleicht nur mit einem ganz kleinen Fünkchen Hoffnung, dann verändert sich etwas.  
Den Rucksack voll Leid und Verletzungen, den wir lange Zeit mit uns herumgeschleppt haben, können wir in Ruhe auspacken. Ganz tief in diesem Rucksack stecken die Enttäuschungen von Menschen, die uns im Stich gelassen haben, obwohl wir ihnen vertrauten. Noch tiefer stecken unsere Erfahrungen, anderen gegenüber schuldig geworden zu sein, ohne es wieder gut machen zu können. Jesus wird das alles nicht ungeschehen machen, aber er wird es uns abnehmen und verändern. 
Wie damals im jüdischen Gotteshaus wird Jesus Wunder tun. Unser Rucksack wird wieder leicht. Unsere Schuld wird vergeben. Weil Jesus Ja zu uns sagt, können wir lernen, auch Ja zu uns selbst zu sagen. Keine Situation ist mehr hoffnungslos. Keine Auseinandersetzung im Geschäft wird uns mehr auf Dauer den Boden unter den Füßen wegziehen können. Keine Erfahrung von Leid in der Familie wird uns mehr für immer verzweifeln lassen. Keine Krankheit bedeutet mehr: Jetzt ist alles aus. Gott ist mit uns in Verbindung - an seiner Hotline sind wir immer und überall angeschlossen.  
Der Draht zu Gott, das ist das eigentliche Wunder. Diese Verbindung trägt und gibt Hoffnung. Diese Verbindung bleibt durch den Tod hindurch bis in Ewigkeit bestehen. Die frommen Leute in dem Gotteshaus hatten das nicht begriffen. Sie wollten durch religiöse Pflichterfüllung selbst das Verbindungskabel zu Gott legen. Enttäuscht zogen sie ab. Wir müssen nicht enttäuscht weggehen. Jesus lädt uns durch diese Begebenheit im fernen Galiläa ein, sein Angebot anzunehmen. Er möchte mit uns den Geburtstag eines neuen Lebens feiern. Wir allein können die Störungen in unserem Leben nicht beheben. Aber wir können Jesus an uns wirken lassen. Er will auch an uns Wunder tun und unser Leben heil machen. 
Cornelia Trick
Erfahrungsbericht
Guten Tag, 
ich möchte Ihnen einige, noch ganz frische Erfahrungen weitergeben. Erfahrungen, bei denen ich Parallelen zu den Erlebnissen dieses behinderten und dann durch Jesus geheilten Mannes aus der Bibel sehe. Doch zuvor kurz einige Worte zu meiner Person: Mein Name ist Ulrich Trick. Ich bin 40 Jahre jung, glücklich verheiratet und habe zwei süße kleine Töchter. Von Beruf bin ich Entwicklungsingenieur. 
Meine Geschichte begann vor knapp zwei Jahren mit einer Erkältung. Ich ignorierte sie einfach, arbeitete wie üblich und redete bei den vielen geschäftlichen Besprechungen viel und intensiv. Ergebnis war eine langwierige Stimmbandentzündung. In der Folge war ich bei verschiedenen Ärzten, war über viele Monate hinweg in Behandlung, ohne dauerhaften Erfolg. Die eigentliche Entzündung klang zwar ab, dennoch hatte ich weiter Schmerzen beim Sprechen, mal weniger, meistens mehr. Meine Stimme war ruiniert. Zeitweise schwieg ich nun, häufig sagte ich nur das Nötigste. Das hatte zur Folge, daß ich auch seltener angesprochen wurde, einsamer wurde. Ohne leistungsfähige Stimme wurde es auch in meinem Beruf – trotz sehr verständnisvoller Kollegen – schwieriger. 
Während dieser ganzen Zeit der Behinderung wartete ich auf Gottes Eingreifen. Ich traute ihm die Heilung meiner Stimme schon zu, zumindest meistens. Ich betete immer wieder darum, Bekannte, Freunde und Verwandte beteten für mich. Aber über Monate hinweg tat sich stimmlich nichts. Ich krächzte und knatterte mit Schmerzen weiter. 
Durch einen Hinweis wurde ich auf eine spezielle Abteilung der Uniklinik Frankfurt aufmerksam. Dort wurde ich eingehend untersucht und dann überraschend vor die Wahl gestellt, entweder irgendwann nicht mehr sprechen zu können, oder mich einer mehrwöchigen Stimmtherapie zu unterziehen. Ich bin zwar Workaholic und halte mich für unabkömmlich, aber – wie Sie es alle auch getan hätten – ich entschied mich für die Stimmtherapie. Und dann geschah, über viele Wochen hinweg, in vielen kleinen Schritten, mit einer sehr fähigen Logopädin und exzellenten Ärzten, mit vielem, vielem Üben das Wunder Gottes. Ganz langsam wurde meine Stimme wieder hergestellt, ja, sie wurde besser, als sie je war, und seit Dezember 98 kann ich wieder weitgehend schmerzfrei reden. 
Bei allem menschlichen Zutun bedeutet das für mich, daß Jesus meine Stimme heil gemacht hat. Und als Zugabe hat Jesus mich in dieser Zeit noch gelehrt, mein Leben, meine Arbeit gelassener zu sehen. Und so konzentriere ich mich mehr auf die wesentlichen Aufgaben und staune dankbar, wenn ich mir beim Reden selber zuhöre. Und ich kann Ihnen versichern: dieser Jesus ist ein guter Wegbegleiter und Freund. Es lohnt sich, ihm zu vertrauen. 
Dr. Ulrich Trick


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